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Aquakultur

Betäubung und Schlachtung von Regenbogenforellen und Karpfen

Für die Bereitstellung von Fisch als Lebensmittel guter Qualität spielt die Vorbereitung auf und die Schlachtung selbst eine entscheidende Rolle. Trotz dieser Erkenntnisse und der steigenden Nachfrage nach Fisch, besonders auch aus heimischer Aquakultur, ist das Wissen über tierschutzkonforme, schonende, rasche und zuverlässige Betäubungs- und Schlachtverfahren von Fischen gering. In den gesetzlichen Vorschriften gibt es kaum konkrete Vorgaben. Ziel ist es, den Teichwirten Unterstützung für einen schonenden Umgang mit den Tieren beim Schlachtprozess zu bieten. Andere betroffene Berufsgruppen, wie Fachverbände, Tierärzte, Behördenvertreter usw. sollen angesprochen werden, da in diesen Bereichen auch ein großes Interesse an tierschutzkonformen Betäubungs- und Schlachtmethoden für Fische vorhanden ist.

Knapp zwei Jahre nach Projektbeginn stehen nun erste Informationsmaterialien zur Verfügung, die als Ergebnis des wissenschaftlich begleiteten Praxiserprobung in Fortbildungsveranstaltungen und über die Fachmedien bundesweit Praktikern, Wissenschaftlern und Tierärzten zur Verfügung gestellt werden. Dazu gehören zwei kompakte Broschüren und Schulungsvideos.

Ergebnisse (Stand Juni 2017):

Gute Wasserqualität in der Hälterung, beim Transport und im Betäubungsbecken, schonendes Umsetzen und Sortieren,  möglichst kurzer Aufenthalt an der Luft und eine sichere Betäubung sind die Grundbedingungen für eine tiergerechte Schlachtung von Fischen. Dieses Basiswissen kann durch entsprechende Information weitergegeben werden. Ca. 6.000 Teichwirte und 1,8 Mio. Inhaber von Fischereischeinen können bei Schulung zur Umsetzung der Erkenntnisse aus den MuD zu mehr Tierschutz beitragen. Weitere Informationen sind anschaulich in den Schulungsvideos dargestellt.

In 24 Aquakulturbetrieben mit unterschiedlicher Betriebsstruktur wurde zunächst der Kenntnisstand über Betäubungs- und Schlachtverfahren erfasst, in der Praxis wissenschaftlich begleitet und im Hinblick auf mögliche Verbesserungen ausgewertet. Aus den Ergebnissen wurden für unterschiedliche Betriebsstrukturen geeignete Verfahren identifiziert, möglicher Verbesserungsbedarf abgeleitet und Handlungsempfehlungen erarbeitet. 

Es wurden Betriebe ausgewählt, die Forellen oder Karpfen unter konventionellen oder ökologischen Bedingungen halten und sich hinsichtlich ihrer Größe und Vermarktungsstrukturen unterscheiden. Auf jedem der Betriebe wurde die Betäubung und Schlachtung der Fische in der Praxis begleitet und wissenschaftlich dokumentiert. Die einzelnen Arbeitsabläufe wurden erfasst, Wasserparameter und Parameter der elektrischen Betäubungsanlagen gemessen, das Verhalten der Fische und die Stressbelastung der Fische untersucht. Der Ablauf der Betäubung und Schlachtung wurde zur besseren wissenschaftlichen Auswertung auch durch Videoaufnahmen dokumentiert. Anschließend erfolgte die Auswertung der einzelnen Verfahren im Hinblick auf Tierschutzaspekte.

Die für die entsprechenden Betriebsstrukturen geeigneten Verfahren wurden identifiziert und benannt. So konnten die Abläufe auf den Betrieben optimiert werden. Diese Empfehlungen wurden nun in Form von Schulungsmaterialen für Fischwirte, aber auch für alle anderen Personen, die mit der Betäubung und Schlachtung von Fischen betraut sind, entwickelt. Durch Schulungen und Fortbildungsveranstaltungen auf den Demonstrationsbetrieben, aber auch auf anderen Informationsveranstaltungen, sollen die Kenntnisse einen möglichst breiten Verbreitungskreis erfahren. Neben der Darstellung auf Merkblättern ist die Vermittlung mittels eines Lehrfilms oder des Internets besonders effektiv.

Ansprechpartner

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Institut für Parasitologie, Abt. Fischkrankheiten und Fischhaltung

Dr. Verena Jung-Schroers

Bünteweg 2
30559 Hannover

Telefon:  0511 - 953-8562
Fax: 0511 - 953-8587
E-Mail:verena.jung-schroers@tiho-hannover.de

 

Fragen zur Projektträgerschaft richten Sie bitte an projekttraeger-agrarforschung@ble.de

Informationen zum Projekt

Laufzeit: 01.10.2014 - 31.12.2016

Förderkennzeichen: 2813MDT903

Zuwendungsempfänger:
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Verwaltung Bünteweg 2
30559 Hannover

Langtitel:
"Verbesserung des Tierschutzes bei Betäubung und Schlachtung von Regenbogenforellen und Karpfen in Fischzuchten mit unterschiedlichen Vermarktungsstrategien"

Infoblatt
Infobroschüre Forellenschlachtung
Infobroschüre Karpfenschlachtung

Kontakt

0228 - 6845 3871

Katja Deeg

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
Referat 314 - Agrarforschung
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn

katja.deeg@ble.de