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Beratungsinitiativen

Optimierte Milchziegenhaltung

Am 31.10.2014 startete die MuD Tierschutz-Beratungsinitiative zur "Optimierung des Tierwohls in der Milchziegenhaltung". Zunächst gingen 38 Betriebe von 40 anfänglich ausgesuchten Höfen an den Start. Nach einigen Wechseln blieben 34 Betriebe in der Initiative. Der Abschlussworkshop der Stable Schools, die von LFL, Bioland und dem Thünen-Institut als Projektnehmer betreut wurden, fand am 23./24.10.2017 in Creuzburg in Thüringen statt.

Zukunftsperspektive- MuD Tierschutz macht Schule

Kooperationspartner wie das LfL haben die in den Stable School Treffen erarbeiteten Themen aufgegriffen und führen das Beratungskonzept in einer Fortbildungsreihe fort.

Mit dem Lehrgang „Professionelle Milchziegenhaltung“ , der vom Landesverband Bayerischer Ziegenzüchter e.V. (LBZ e.V.) in Kooperation mit der LfL durchgeführt wird, soll dem Erwerbsmilchziegenhalter die Möglichkeit geboten werden, sich umgehend fortzubilden. An ca. 13 Tagen im Zeitraum von 2018 bis 2021 werden die Schwerpunkte Haltung, Fütterung, Zucht, Herdenmanagement, aber auch Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit umfassend behandelt.
Ein Veranstaltungsprogramm liegt vor.

Die „Stable Schools“ als innovatives Beratungskonzept in der Milchziegenhaltung bildeten das Kernstück dieser Beratungsinitiative. Landwirte schlossen sich in Gruppen zusammen, besuchten sich gegenseitig auf den Betrieben und erarbeiteten innerhalb der Gruppe Optimierungsansätze für den gastgebenden Betrieb. Der Austausch unter Berufskollegen bei der Umsetzung schwieriger Beratungsthemen, wie beispielsweise die optimale Gestaltung der Melkstände oder der Verzicht auf das Enthornen, sorgten für einen starken Anwendungsbezug und praxistaugliche Verbesserungsvorschläge. Dieses Konzept bietet einen innovativen Ansatz, das auf dem Prinzip des Voneinanderlernens, der Integration und dem Austausch auf Augenhöhe unter Fachkollegen basiert.

Die Beratungsinitiative begleitete die Milchziegen haltenden Betriebe über einen Zeitraum von 24 Monaten. Die teilnehmenden Betriebe werden in sieben Stable School-Gruppen zu je fünf Betrieben aufgeteilt. Der gastgebende Landwirt bereitet gemeinsam mit dem Tierschutz-Berater die Veranstaltung vor, sie stellen wichtige Daten zur aktuellen Leistung und zum Gesundheitsstatus der Herde zusammen und legen die Tagesordnung sowie die zu diskutierenden Fragestellungen fest. Dadurch kann der Betriebsleiter gezielt Schwachstellen im eigenen Betrieb ansprechen und den Rat seiner Kollegen einholen. Grundlage für die gemeinsame Erarbeitung von Optimierungsvorschlägen ist eine ausführliche Betriebsbesichtigung. Anschließend werden unter Moderation des Tierschutz-Beraters mögliche Ansätze zur Verbesserung der Betriebsabläufe, der Haltungsumgebung und des Managements diskutiert und als konkrete Handlungsempfehlungen zur Steigerung von Tiergesundheit und Tierwohl erarbeitet und für die spätere Überprüfung protokolliert.

Durchgeführt wird das Projekt vom Thünen-Institut und drei Beratungsorganisationen, die die Tierschutz-Berater zur Verfügung stellen. Über die gesamte Projektlaufzeit verteilt, erfolgen drei Betriebserhebungen auf jedem teilnehmenden Betrieb durch den Projektbetreuer des Thünen-Institutes. Die erste Erhebung dient der Status quo-Analyse. Daten zu tierbezogenen Indikatoren wie zum Beispiel Ernährungszustand, Tierverhalten, Klauen- und Eutergesundheit sowie zu ressourcenbasierten Faktoren wie beispielsweise Stallabmessungen, Stallklima und Management, wurden erfasst und stehen den Betrieben und den Tierschutz-Beratern für das Projekt und die weitere Betriebsentwicklung zur Verfügung. Bei den darauffolgenden Erhebungen zur Halbzeit und zum Ende des Projektes wurden die Veränderungen als Evaluierung der umgesetzten Maßnahmen protokolliert. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für einen Leitfaden zur Anwendung eines Bewertungsrahmens zur Erfassung des Tierwohls in Milchziegenbetrieben.

Voraussetzungen für eine Teilnahme am Projekt war das Betreiben einer konventionellen oder ökologischen Erwerbsziegenhaltung in Größenordnungen von 50 – 1.500 Tieren. Die Bereitschaft zur Überlassung der betrieblichen Daten zu Leistungen und Tiergesundheit sowie Unterstützung bei den Betriebserhebungen waren ebenfalls erforderlich.

Ansprechpartner

Johann Heinrich von Thünen-Institut
Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei
Dr. Heiko Georg

Institut für Ökologischen Landbau
Trenthorst 32
23847 Westerau

Telefon: 04539 – 8880-328
Fax: 04539 – 8880-140
E-Mail: heiko.georg@ti.bund.de

Kooperationspartner und Tierschutz-Berater

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
Institut für Tierzucht
Dr. Christian Mendel
Prof.-Dürrwaechter-Platz 1
85586 Poing
Telefon: 089 – 99 141-120
E-Mail: christian.mendel@lfl.bayern.de

Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL)
Gerhard Schuh
Naumburger Str. 98
07743 Jena
Telefon: 0361 – 55 068-122
E-Mail: gerhard.schuh@tll.thueringen.de

Bioland Beratung GmbH
Auf dem Kreuz 58
86152 Augsburg

Andreas Kern
Telefon: 0711 – 550 939-54
E-Mail: andreas.kern@bioland.de

Dr. Ulrich Schumacher
Telefon: 05205 – 9508-16
E-Mail: ulrich.schumacher@bioland.de

Fragen zur Projektträgerschaft richten Sie bitte an projekttraeger-agrarforschung@ble.de

Informationen zum Projekt

Laufzeit: 01.09.2014 - 31.12.2017

Förderkennzeichen: 2813MDT010

Zuweisungsempfänger:
Johann Heinrich von Thünen-Institut

Langtitel:
"Tierbezogene Indikatoren zur Optimierung der Tiergesundheit und des Tierwohls in der Milchziegenhaltung - "Stable Schools" als innovatives Beratungskonzept in der Milchziegenhaltung"

Zwischenbericht
Flyer

Thüringer Waldziege in den Stable Schools
Thüringer Waldziege in den Stable Schools
Der Berater nimmt die Daten auf.
Der Berater nimmt die Daten auf.
Optimierte Milchziegenhaltung

Kontakt

0228 - 6845 3871

Katja Deeg

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
Referat 314 - Agrarforschung
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn

katja.deeg@ble.de