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MuD Tierschutz

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Tierwohl-Kompetenzzentrum Schaf sucht zum Auftakt schafhaltende Betriebe

Nachricht vom:

Für das Verbundprojekt Tierwohl-Kompetenzzentrum (TWZ) Schaf sucht der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und dem FiBL Deutschland e.V. landwirtschaftliche Praxisbetriebe zur Mitwirkung. Das Projekt ist Teil des Bundesprogramms Nutztierhaltung (BUNTH) und wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Lämmer im Stall
Beschreibung des Bildelements: Schafe im Stall - Foto: MuD Tierschutz, BLE

Hintergrundinformationen zum Tierwohl-Kompetenzzentrum

Das dreijährige Verbundvorhaben ist im Bundesprogramm Nutztierhaltung (siehe Übersicht) wie das Verbundprojekt Netzwerk Fokus Tierwohl gemeinsam mit den Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz im Modul 4 angelegt. Das Bundesprogramm hat die Aufgabe, die Nutztierhaltung zukunftsfähig zu machen. Schwerpunkt der Vorhaben und Projekte in Modul 4 des Bundesprogramms Nutztierhaltung ist der Wissenstransfer und die Umsetzung praxistauglicher Erkenntnisse in die breite Landwirtschaft. LLH und FiBL Deutschland e.V. haben bereits als Tierschutz-Kompetenzzentrum in den Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz unter anderem das Demonstrationsnetzwerk "Haltung von unkupierten Schafen" betreut und setzen damit ihre erfolgreiche Arbeit fort.

Deutschlandweit werden bis zu 20 Betriebe gesucht, die sich über einen Zeitraum bis zum 30.09.2024 als Netzwerkbetrieb in diesem Projekt beteiligen möchten. Ab sofort können sich schafhaltende Betriebe bewerben, die mit Unterstützung und Beratung durch das Tierwohl-Kompetenzzentrums Schaf neueste Erkenntnisse und Verfahren, zur Verbesserung des Tierschutzes und des Tierwohls auf ihrem Betrieb etablieren wollen. Eine konstante Betreuung durch Beratende und Tierärztinnen und Tierärzte des Tierwohl-Kompetenzzentrums soll eine Weiterentwicklung über das bisherige Niveau hinaus ermöglichen und gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse in die breite Praxis transportiert werden. Praxisgerechte Anleitung bei der Planung und Durchführung der tierschutzverbessernden Maßnahmen werden im Rahmen des Projektes zur Verfügung gestellt. Für jeden teilnehmenden Betrieb wird gemeinsam mit der Betriebsleitung eine auf die Betriebe abgestimmte, optimierte Vorgehensweise (Maßnahmenplan) erarbeitet.

Folgende Voraussetzungen dienen der Qualifikation zur Teilnahme:

  • Landwirtschaftliche Schafhaltung mit langschwänzig bewollten Rassen
  • Konventionelle oder ökologische Wirtschaftsweise mit der Bereitschaft das Kupieren des Schwanzes beim Lamm einzustellen
  • Berücksichtigung finden alle Haltungsformen
  • Der Schafbestand muss mindestens 50 Mutterschafe einer Rasse umfassen, die im Herdbuch geführt werden
  • Der Betrieb muss angekündigten Betriebsbesuchen (ca. 5 Besuche pro Jahr) durch die Projektmitarbeiterinnen und Mitarbeiter (inkl. Foto- und Videodokumentation) zustimmen und diese bei ihrer Arbeit zu unterstützen
  • Motivation und Interesse an der selbstständigen, umfangreichen Erhebung von Daten im eigenen Betrieb, u.a. mit Hilfe eines neuen Managementtools
  • Veterinärmedizinische Bestandsbetreuung/Betreuung durch einen Tiergesundheitsdienst, bzw. deren Aufbau im Rahmen des Projektes

Erwartungen an eine Teilnahme als Netzwerkbetrieb:

  • Bereitschaft zur Außendarstellung der Projekttätigkeit, wie  z.B. der Erstellung eines Betriebsbeschreibung mit Bildern für die Homepage, der Beteiligung an der Erstellung von Fachvideos, Interviews oder Betriebsportraits für Fachzeitschriften.
  • Betriebsleiter*in nimmt an bis zu sechs Gruppentreffen innerhalb der Laufzeit teil. Fahrt- und Übernachtungskosten werden entsprechend vergütet.
  • Organisation und Durchführung von mindestens zwei Veranstaltungen. Multiplikatorenveranstaltungen können zum Beispiel in Form von Hoffesten, Hofführungen oder anderen Veranstaltungen mit fachlichen Inhalten zur Arbeit im Projekt erfolgen. Auch Referententätigkeiten während externen Veranstaltungen sind möglich.

Mögliche Förderung der Netzwerkbetriebe bei der Verbesserung des Tierwohls:

In dem bundesweiten Netzwerk besteht die Möglichkeit sich mit anderen Betrieben auszutauschen. Darüber hinaus findet eine intensive Betreuung durch das TWZ Schaf statt. Es können bis zu 20 Betriebe in diesem Vorhaben gefördert werden. Förderfähig sind projektbedingte Anpassungen der Fütterungsart, die Anschaffung von effektiv zu reinigenden Ablammbuchten, Fang-, Behandlungs- und Sortieranlagen, Investitionen in die Schertechnik, technische Ausstattung zur Digitalisierung des Herdenmanagements, Implementierung einer vor Ort ansässigen tierärztlichen Bestandsbetreuung/Betreuung durch einen Tiergesundheitsdienst. Die durch das Vorhaben verursachten Ausgaben, die durch die Beratung empfohlen werden, sind bis zu einem Gesamtbetrag von maximal 20.000 € förderfähig, wobei jede Investition mit einem Fördersatz von maximal 40% bedacht werden kann. Teilnehmende Betriebe erhalten Mittel auf Ausgabenbasis als Anteilfinanzierung. Gefördert wird ebenfalls die Teilnahme an einer Auslandexkursion zur Wissensvermittlung nach Großbritannien Mitte 2022. Für die Teilnahme an Gruppentreffen werden Fahrt- und Übernachtungskosten vergütet.

Auswahlkriterien:

Es werden Betriebe aus allen Regionen Deutschlands gesucht, insbesondere in Regionen mit hohem Anteil an Schafen in der Landschaftspflege und in der Bewirtschaftung von Binnen- und Küstendeichen. Die Auswahl der Betriebe erfolgt u.a. nach folgenden Kriterien:

  • Ort und Region des Betriebes
  • Regionale Verteilung der Betriebe
  • Vorbildcharakter des Betriebes
  • Innovationsbereitschaft
  • Realisierbarkeit der Maßnahme auf dem Betrieb
  • Kommunikationsfähigkeit

Kontaktaufnahme, Postadresse:

Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen
Tierwohl-Kompetenzzentrum Schaf
Schanzenfeldstraße 8, B9
35578 Wetzlar
E-Mail: twz-schaf@llh.hessen.de
Tel: 06441-9289-266 (Mo.-Do. 10-12 und 13-16 Uhr)
Fax: 06441-9289-180

Interessierte Betriebe können zu Informationszwecken mit dem Tierwohl-Kompetenzzentrum Schaf Kontakt aufzunehmen. Den auszufüllenden Fragebogen zur Bewerbung finden Sie hier zum Download.

Die unterschriebene Bewerbung ist schriftlich per Post oder per Mail bis spätestens 26.11.2021 unter oben genannter Adresse des Tierwohl-Kompetenzzentrums Schaf einzureichen. Bewerbungen, die nicht unterschrieben sind, werden nicht berücksichtigt.

Von den Betrieben, die sich beworben haben, werden nach den o.g. Voraussetzungen und Auswahlkriterien die geeignetsten ausgewählt. Ein Rechtsanspruch auf die Berücksichtigung als Netzwerkbetrieb im Rahmen der o. a. Bewerbung besteht nicht.