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MuD Tierschutz

Netzwerke 12+13

Netzwerke 12 + 13: Automatisierungstechniken Legehennen

Langtitel: Einsatz von Automatisierungstechniken zur Verbesserung tierschutzrelevanter Haltungsbedingungen in der Aufzucht und Haltung unkupierter Legehennen

Laufzeit: 3/2018 bis 2/2020

Die Netzwerke 12 und 13 der Modell- und Demonstrationsvorhaben MuD Tierschutz befassen sich mit der Verbesserung der Haltungsumgebung von Legehennen in der Aufzuchtphase und der Legeperiode unter Einsatz von neuen technischen L├Âsungen. Ziel ist die Vermeidung von Federpicken, das bis zu Kannibalismus f├╝hren kann, um Hennen mit ungek├╝rzten Schn├Ąbeln tiergerecht zu f├╝hren.

Federpicken bis hin zu Verletzungen (Kannibalismus) ist ein tierschutzrelevantes Problem in der Legehennenhaltung. Das Verhalten kann schon w├Ąhrend der Aufzuchtphase ausgepr├Ągt werden. Die Ursachen f├╝r ├╝bersteigertes Federpicken sind multifaktoriell und nicht leicht zuzuordnen.  Daher m├╝ssen verschiedene Aspekte der Haltung, F├╝tterung und der Gesundheit w├Ąhrend der Aufzucht und in der Legephase systematisch erfasst werden, um an den kritischen Punkten eingreifen zu k├Ânnen. Dem Umstallungsmanagement vom Aufzucht- in den Legestall kommt hier eine besondere Bedeutung zu.

Die Gefl├╝gelwirtschaft unterst├╝tzt die Initiative des Bundesministeriums f├╝r Ern├Ąhrung und Landwirtschaft (BMEL) "Eine Frage der Haltung - Neue Wege f├╝r mehr Tierwohl". Am 9. Juli 2015 haben sie den Ausstieg aus dem routinem├Ą├čigen Schnabelk├╝rzen bei Legehennen und Mastputen besiegelt. Mit der Vereinbarung verpflichtet sich die Gefl├╝gelwirtschaft ab dem 1. August 2016 keine Schn├Ąbel mehr zu k├╝rzen und ab dem 1. Januar 2017 auf die Einstallung von schnabelgek├╝rzten Junghennen zu verzichten. Unterzeichner dieser f├╝r den Tierschutz in der Nutztierhaltung wegweisenden Vereinbarung sind der Zentralverband der Deutschen Gefl├╝gelwirtschaft e.V., der Bundesverband Deutsches Ei e.V. sowie der Verband Deutscher Putenerzeuger e.V.

In der EG-├ľko-VO ist dieses bereits verboten. Der Verzicht auf diesen schmerzhaften Eingriff ist auch f├╝r die konventionelle Haltung mittlerweile verpflichtend. Durch Beratung und Umsetzung bestimmter Ma├čnahmen in Haltung und Management m├╝ssen deshalb die Bedingungen entsprechend f├╝r die Haltung von unkupierten Hennen angepasst und die Betriebsleiter hinreichend  und zeitgleich geschult werden.

In diesem Bereich liegen neue wissenschaftliche Erkenntnisse vor, der Wissenstransfer in die Praxis unterbleibt jedoch oft. Ziel der Modell- und Demonstrationsvorhaben ist es, die L├╝cke zwischen Wissenschaft und Praxis zu schlie├čen sowie innovative Ergebnisse auf den landwirtschaftlichen Betrieben modellhaft zu implementieren. Im n├Ąchsten Schritt soll Landwirten deren Praxistauglichkeit zur Vermeidung von Federpicken und Kannibalismus demonstriert werden.

Aus Erfahrung gut - das Managementtool f├╝r Aufzucht und Legehennenhaltung (MTool)

Das 2012 bis 2014 als B├ľLN-Projekt von Frau Dr. Keppler und der Uni Kassel entwickelte MTool wurden ab 2014 in einer MuD Tierschutz-Beratungsinitiative f├╝r die konventionelle Legehennenaufzucht und -haltung weiterentwickelt. Auch hier war Dr. Christiane Keppler als Beraterin von 45 Betrieben unterwegs. Seit 2015 betreut sie im Auftrag des Tierschutz-Kompetenzzentrum die Netzwerke zur Vermeidung von Federpicken. Das MTool wird auch hier in der Beratung eingesetzt.
In einer Status Quo-Analyse erheben die Tierschutzberater und -beraterinnen auf den Netzwerkbetrieben relevante Daten und analysieren diese. Auf Basis derDaten werden erstellen sie gemeinsam mit den Hennenhaltern Arbeits- und Zeitpl├Ąne. welche entsprechende Ma├čnahmen vorsehen, die bei der Haltung unkupierter Tiere auf den Betrieben umzusetzen sind. Die Begleitung und Beratung der Netzwerkbetriebe erfolgt durch das Tierschutz-Kompetenzzentrum. Dieses dokumentiert in regelm├Ą├čigen Berichten die Entwicklung der Demonstrationsbetriebe.

Wissenstransfer

W├Ąhrend des Projektzeitraums werden durch die Betriebe jedes Netzwerkes mindestens vier Multiplikatorentreffen durchgef├╝hrt. Zus├Ątzlich finden regelm├Ą├čig Netzwerktreffen abwechselnd auf den Betrieben statt. Diese Veranstaltungen sind ein zentrales Element der Multiplikatorent├Ątigkeit eines Netzwerkes. Durch diese Veranstaltungen vor Ort wird das gewonnene Wissen und die neuen Erfahrungen an viele Betriebe weitergegeben.

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