Springe zum Hauptinhalt der Seite

Schweine

Ferkelkastration

Praxisanwendungen der chirurgischen Ferkelkastration unter Bet├Ąubung und postoperativer Schmerzausschaltung

Durch die Produktion von Pheromonen kann es im Fleisch von Ebern zu Geruchs- und Geschmacksabweichungen kommen. Da dies von deutschen Verbraucherinnen und Verbrauchern abgelehnt wird, wurden bisher zur Qualit├Ątssicherung m├Ąnnliche Ferkel kastriert.

Die Kastration war bisher laut Tierschutzgesetz ┬ž 21 Absatz 1 Satz 1 bis zum einschlie├člich siebten Lebenstag ohne Bet├Ąubung erlaubt. Jedoch ist das ausgepr├Ągte Schmerzempfinden neugeborener Tiere erwiesen, weshalb die bet├Ąubungslose Ferkelkastration sehr umstritten ist.

Mit der ├änderung des Tierschutzgesetzes vom 4. Juli 2013 wurde die Kastration von unter acht Tage alten Ferkeln neu geregelt und die bet├Ąubungslose Ferkelkastration ab dem 1. Januar 2019 verboten. Ab diesem Zeitpunkt musste bei der chirurgischen Ferkelkastration eine wirksame Schmerzausschaltung sichergestellt werden. Am 14. Dezember 2018 bewilligte der Bundesrat allerdings den am 29. November getroffenen Bundestagsbeschluss zur Fristverl├Ąngerung um ein Jahr bis zum 31.12.2020. Dem Landwirt bieten sich neben der (Jung-) Ebermast und der Immmunokastration (FLI-Stellungnahme Immunokastration) daher nun zwei Wege der chirurgischen Kastration unter Bet├Ąubung:

  • Chirurgische Kastration unter Inhalationsnarkose (Isofluran)
  • Chirurgische Kastration unter Injektionsnarkose (Ketamin/Azaperon)

Die Alternativen der chirurgischen Ferkelkastration unter Narkose werden im Rahmen der MuD Tierschutz in zwei Verbundprojekten bis Mitte 2020 evaluiert:

Excel-Tool

Das Th├╝nen-Institut f├╝r Betriebswirtschaft stellt den deutschen Ferkelerzeugern ein Excel-Tool als Entscheidungshilfe f├╝r die chirurgischen Alternativen zur bet├Ąubungslosen Ferkelkastration zur Verf├╝gung. Landwirte von konventionell wirtschaftenden Betrieben k├Ânnen mit wenig Aufwand die Kosten f├╝r die drei Methoden der (chirurgischen) Ferkelkastration bewerten:

a) Inhalationsnarkose [Isofluran]
b) Injektionsnarkose [Ketamin/Azaperon]
c) lokaler An├Ąsthesie [Procain]