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Schweine

Tierbeobachtung

Die Sau im Blick

Die Haltungsumwelt beeinflusst direkt das Verhalten von Sauen. Sie zeigen an, wenn sie sich in ihrer Umgebung nicht wohlf√ľhlen. Doch es muss auch fr√ľhzeitig erkannt werden.K√∂nnen die Sauen beispielsweise das W√ľhlen mit der R√ľsselscheibe in ihrer Haltungsumwelt nicht erf√ľllen, k√∂nnen Stress und Krankheiten schnell die Folge sein. Ver√§nderungen im Verhalten m√ľssen daher fr√ľhzeitig erkannt und verhindert werden.

 

Das Netzwerk 8 der Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz hat sich zum Ziel gesetzt, die Haltung von tragenden Sauen im Wartestall und Deckzentrum im Sinne des Wohls der Tiere zu verbessern. Viele der umgesetzten Ma√ünahmen auf den zehn teilnehmenden Betrieben zielen auf eine k√ľrze Fixierung der Sauen im Deckzentrum und eine Optimierung der Haltung im Wartebereich ab.

Tägliche Tierbeurteilung

Um den Zustand der Tiere und die Wirkung von Ma√ünahmen beurteilen zu k√∂nnen, ist die t√§gliche Tierkontrolle und eingehende Tierbeobachtung unerl√§sslich. Nur wer seine Tiere kennt und t√§glich beobachtet, kann fr√ľhzeitig Ver√§nderungen wahrnehmen und mit Ma√ünahmen gegensteuern. Als Indikatoren f√ľr solche Ver√§nderungen oder haltungsbedingten Beeintr√§chtigungen der Tiere k√∂nnen zum Beispiel Lahmheiten, Blessuren, Verschmutzungen der Haut, Ver√§nderungen des Haarkleids, rote Augen oder sonstige Verletzungen und gesundheitliche Einschr√§nkungen dienen. Auch Verhaltensauff√§lligkeiten wie Leerkauen mit Schaum an der Schnauze oder Stangenbei√üen k√∂nnen darauf hinweisen, dass den Sauen etwas in ihrer Haltungsumgebung fehlt. Werden solche Ver√§nderungen oder Verhaltensauff√§lligkeiten wahrgenommen, muss der Tierhalter sofort Ma√ünahmen ergreifen.

Signale erkennen

Grunds√§tzlich macht es Sinn, dass sich die Betriebsleiterin bzw. der Betriebsleiter und auch die Mitarbeiter im Stall mit den Tiersignalen auseinandersetzen. Schweine geben st√§ndig Signale ab, aus denen sich Informationen √ľber ihre Gesundheit, Wohlbefinden und Ern√§hrungszustand ableiten lassen. Beispielsweise deuten Hautverletzungen auf strake Rangordnungsk√§mpfe hin. Hier sollte das Management bzw. die Gruppenbildung optimiert werden. Auch M√§ngel in der Haltungsumwelt k√∂nnen zu Verletzungen oder Verhaltensauff√§lligkeiten f√ľhren. Das Erkennen und richtige Deuten von Verletzungen und Tiersignalen lassen sich erlernen. Es gibt diesbez√ľglich verschiedene Schulungsangebote von Bildungseinrichtungen und externen Berater/innen zum Thema Tierwohl/Tierverhalten.

Kameras machen verhalten sichtbar

Die t√§glichen Kontrollg√§nge im Stall geben einen √úberblick, wie es den Tieren geht. Das Verhalten der Sauen ist dabei nicht immer ausreichend zu beurteilen. Gute Dienste leisten hier Kameras, die die Tierbeobachtung unterst√ľtzen k√∂nnen. Mit Hilfe von im Stall installierter Kameras l√§sst sich das Verhalten der Tiere rund um die Uhr beobachten. Schweine haben einen Tagesrhythmus mit Aktivit√§ts- und Ruhezeiten. Aktivit√§tsspitzen sind am Vor- und am Nachmittag. Mittags wird geruht, ebenfalls in der Nacht. So l√§sst sich das Ruhe- und Liegeverhalten sehr gut mit Hilfe einer Kamera beurteilen. Gibt es ausreichend Liegekessel bzw. R√ľckzugsorte f√ľr die Sauen? St√∂ren schlechte Klimaverh√§ltnisse oder Zugluft das Liegeverhalten der Tiere? Bei einem der teilnehmenden Projektbetriebe wurde auf diese Weise festgestellt, dass die Liegekessel im Wartestall nicht ausreichten, damit alle Sauen liegen konnten. Mit einer weiteren Buchtentrennwand konnte schnell Abhilfe geschaffen werden.

Mit W√§rmebildkameras Schwachstellen aufsp√ľren

Mithilfe einer W√§rmebildkamera kann die Tierbeobachtung im Stall ebenfalls unterst√ľtzt werden. Stoffwechselprobleme der Tiere wie schlecht durchblutete Ohr- oder Schwanzspitzen bei Ferkeln oder Mastschweinen und Schwachstellen im Stall wie zum Beispiel D√§mmfehler, Schwachpunkte in der L√ľftung, K√§ltebr√ľcken etc. lassen sich mithilfe einer W√§rmebildkamera aufdecken. Im Sommer zeigt eine W√§rmebildkamera an, ob die Schweine unter Hitzestress leiden. An hei√üen Tagen kann die K√∂rpertemperatur bei Schweinen kontinuierlich ansteigen, fr√ľher oder sp√§ter √ľberhitzt der K√∂rper. Die sogenannte Hyperthermie ist f√ľr Sauen, Ferkel und Mastschweine gef√§hrlich, da Schweine im Vergleich zu vielen anderen S√§ugetieren √ľbersch√ľssige W√§rme nur sehr schlecht abgeben k√∂nnen, da sie keine Schwei√üdr√ľsen in der Haut haben. Wird Hitzestress mithilfe der Technik rechtzeitig erkannt, kann der Betriebsleiter oder die Betriebsleiterin rechtzeitig Ma√ünahmen zur K√ľhlung ergreifen.

Der Einsatz dieser Technik kann den Landwirt bei der allgemeinen Kontrolle gut unterst√ľtzen, die Tiergesundheit besser √ľberwachen und die Haltungsumwelt nachhaltig optimieren. Nichtsdestotrotz ist der eigene Blick f√ľr das Tier ‚Äď durch den Halter oder Mitarbeiter ‚Äď unerl√§sslich und entscheidend f√ľr ein hohes Ma√ü an Tierwohl.